Mittwoch, 1. Juli 2015

Hot times...

Hallo, ihr Sommerherbeisehnerinnen,

das haben wir nun davon - von der Winterjacke direkt in die Flip-Flops.
Bei uns waren es heute 34 Grad - optimal, um einen neuen Blog-Post zu verfassen!



Aber erst noch einmal DANKE für eure ehrlichen Kommentare und Emails zum "Albtraumhaus", 
es waren ja einige Geschichten dabei, die meine Erfahrung noch locker toppen konnten.

In diesem Zusammenhang ist mir dieser Artikel aufgefallen, was für ein Schicksal,
aber so kann es gehen :


http://www.der-postillon.com/2015/06/rentner-kann-sich-landhaus-nicht.html
Zum ganzen Artikel >>>> auf das Bild klicken!

Schlimme Geschichte, tut mir so leid!

*
Jetzt gibt es für euch noch mal einen Gruß aus unserem Garten, in dem ich es mir heute 
gemütlich gemacht habe - nein, nicht mit Landhaus-Zeitschriften, 
aber mit Wohnbüchern... auch brandgefährlich ;o)







Unsere uralte Kommode vom Flohmarkt hat auf der Terrasse ihr neues Plätzchen gefunden:

 Nachts decken wir den Oldie liebevoll mit einer Plastikhaube zu. 
Und im Herbst zieht er dann wieder ins Haus...








 Wir sind platt und zu faul, um Tauben zu vertreiben - das passiert höchst selten!





Ich suchte schon lange nach einem alten Fahrrad, als Dekoration für den Garten.
Nun hat mir meine Freundin eines geschenkt, das nicht mehr fahrtüchtig ist -
ich freue mich jeden Tag darüber. Das Rad wird sicher seinen Platz noch öfter wechseln...
 Im Laufe der Jahreszeiten wird sich dann die richtige Patina bilden....

Als Blumenhalter sieht es bereits jetzt klasse aus:
Blühende Hauswurzen am Lenker....

... und Männertreu im Gepäck ;o)




 Und sonst so?


Für mich heute der ideale Tag, um Sofabezüge zu waschen!





 Ich sende euch sonnige Grüße, lasst es langsam angehen bei der Wärme,
wie die kleine Schnecke hier ;o)


 Oder habt ihr auch bestimmte Hitze-Rituale?



 Alles Liebe,




 P.S.: Mir fiel einfach keine bessere Überschrift ein ... bin gespannt, 
wer sich so alles auf meine Seiten verirrt - und dann enttäuscht ist ;o)








Montag, 8. Juni 2015

Mein Weg zum (Alb-)Traumhaus


Ihr lieben Wohnbegeisterten,

lest ihr auch so gerne Homestories in Wohnzeitschriften?

Mir ist aufgefallen, dass die in den Wohnreportagen gezeigten Traumhäuser
sehr oft nach dem gleichen Prinzip erworben werden:
Eine wunderschöne Frau (nennen wir sie XY) mit langen, glatten Haaren
(wahlweise Kinderbuch-Autorin, Designerin, Wissenschaftlerin),
geht mit ihrem gutaussehenden Mann (Art Director, Künstler, Event-Manager) in einer
traumhaften Landschaft spazieren. Rein zufällig entdecken die beiden
ein(e) verfallene(s) Villa, Bauernhaus, Schloss, das gerade eben zum Verkauf steht.
Beide sehen vor ihrem geistigen Auge SOFORT das Potential, das in dem Gebäude steckt.


Weil das erfolgreiche Paar mit seinen entzückenden vier Kindern und zwei Doggen
sowieso schon länger aus dem langweiligen 250qm City-Loft auf's Land will,
wird das 400qm große Haus gekauft, und von der wunderschönen XY aufwändig renoviert
(macht die das alleine?) und liebevoll ausgestattet, u.a. mit Antiquitäten,
die das Paar von seinen zahlreichen Reisen mit gebracht hat.
"Das war schon ein bißchen Arbeit!" lacht XY. 
Ihr kennt doch diesen Baustein einer JEDEN Wohnreportage?
Antworten werden von der Hausherrin immer "gelacht" oder "lachend erzählt"!!!
Schließlich war der fröhliche Hausumbau nur ein Klacks.
Das Ergebnis ist natürlich atemberaubend, und lässt uns als Leserinnen
mit offenem Mund staunend zurück.

Und wisst ihr, warum ich diese "wahren" Geschichten so liebe?
Weil ich eine ähnliche Vergangenheit habe - halt nur in Normal, nicht die Hochglanz-Version.
Viele meiner treuen Blog-Leserinnen wissen ja, dass ich Wiederholungstäterin bin
und 2012 zum zweiten Mal geheiratet habe.
Mit meinem ersten Mann habe ich vor vielen Jahren auch ein Haus gekauft,
und die Geschichte geht so:

Ein junges Ehepaar Mitte 20 las zufällig in der Tageszeitung,
dass im Nachbarort ein altes Haus "gerne an Handwerker" zu verkaufen war.
100qm, 800qm Garten, es sollte nur 149000 DM kosten.
Das mittelmäßig aussehende Ehepaar schaute sich das renovierungsbedürftige Haus an,
und vor ihrem geistigen Auge sahen sie SOFORT das Potential, das in diesem
Schnäppchen steckte - und leider nicht die Probleme!
Sie bekamen einen Bank-Kredit, kauften es und zogen sofort ein.

Zuvor hatte eine Familie mit Kindern das Haus geerbt, und angefangen zu renovieren,
hatte dann schnell die Lust daran verloren und zog nach dem Verkauf in eine Großstadt.
Darum war vieles angefangen, aber nicht beendet worden.
Die folgenden Bilder zeigen, wie wir Haus und Garten übernommen haben....

Hier hatten unsere Vorgänger die Garage geplant...


Zahlreiche Müllsäcke im Hof, Gerümpel neben dem Haus,
Gemüsebeete, soweit das Auge reicht
und drei betagte Hühner inklusive.
Idylle pur...

 Zwei winzige Bäder, eine Mini-Küche, viele Türen waren rot gestrichen,
die Türrahmen dunkelgrün.



Tagsüber arbeiteten wir, die stolzen Hausbesitzer. Jeden Abend und jedes Wochenende
renovierten wir voller Idealismus das Haus (zeitweise mithilfe zweier Freunde).
Das Haus bestand aus vielen winzigen Räumen, daher wurden Wände eingerissen,
damit das Ganze großzügiger und heller werden sollte.




Wir lebten 10 Monate lang in nur zwei Räumen im 1.Stock, weil wir
das Erdgeschoß komplett umbauen wollten. Solange hatten wir auch keine Küche,
sondern kochten auf zwei Kochplatten. Zum Spülen mussten wir mit Geschirr und Töpfen
in einer Plastikschüssel die komplette Baustelle durchqueren, denn dahinter, am anderen Ende
des Hauses, lag die mittlerweile einzige "Wasserstelle", das insgesamt 5qm große Bad.

 Der morgendliche Weg ins Bad....

Hier habe ich 10 Monate lang das Geschirr gespült




Eine Zeitlang fehlte im Esszimmer der Fußboden, und wir balancierten über schmale Balken ins Bad


Auch den Garten haben wir komplett umgestaltet....



Zu lachen gab es wenig, alles wurde viel schwieriger und teurer, als geplant,
und vor allem zog sich der Umbau endlos in die Länge.
Unsere Kräfte ließen nach, die Motivation schwand, das Konto war hoffnungslos überzogen.
Ich (mittlerweile schwanger) konnte Nachts nicht mehr schlafen,
aus Angst, wie es weitergehen sollte - und ob wir jemals fertig würden.

Wenn ich die Bilder heute sehe, kann ich es selbst kaum glauben -
wir haben wirklich ein Jahr lang in diesem Zustand GEWOHNT!
Ständig tauchten neue Bau-Probleme auf, bei denen wir Rat von Profis gebraucht hätten,
aber für einen Architekten, Bau-Unternehmer o.ä. hatten wir kein Geld mehr.
Internet (und Tine Wittler) gab es nicht, geschweige denn Foren,
in denen man sich Rat und Hilfe hätte holen können.


Und wir haben so wahnsinnig viel Glück gehabt, dass uns keiner der Nachbarn Böses wollte,
denn es war ja ständig Baulärm bei uns. Wir versetzten Wände, Fenster usw., völlig naiv und
ohne jemals eine Baugenehmigung einzuholen, hatten einfach gar nicht an so etwas gedacht.
Das Bauamt hätte uns die Baustelle deswegen jederzeit still legen können.




Da hat man es heute wesentlich einfacher, 
im WWW gibt es Antwort auf wirklich jedes Wohn-Bau-Umbauproblem.
In dem Zusammenhang ist mir die Online-Plattform homify* aufgefallen, dort findet man alles,
was das Heimwerker-Herz begehrt: tolle Foto-Inspirationen, Vorher-Nachher-Projekte,
eine Community, in der man Antworten rund um das Thema Wohnen und Einrichten bekommt,
und natürlich Adressen von Experten der Baubranche in der Nähe seines Wohnortes.




Nun möchtet ihr aber bestimmt wissen, wie die Geschichte weiterging?
Es gab kein Happy End.
Unsere Ehe hat diesen Strapazen (und der zusätzlichen Elternschaft) nicht standgehalten.
Wir schafften es, das Haus in einen Zustand zu versetzen, in dem wir es dann verkaufen konnten.
Nicht alles war fertig, aber die neuen Käufer störte das nicht.



Von da an war das Thema Eigenheim für mich erledigt, ich wollte nur noch zur Miete wohnen,
um "jederzeit gehen zu können", wenn die Lebensumstände dies erfordern sollten...

Und heute?
Bin ich mit einem Mann verheiratet, dessen Beruf es ist, Menschen zu ihrem
Traumhaus zu verhelfen - er macht nämlich Baufinanzierungen.
Wir selber wohnen zur Miete ... warum wohl? ;o)

Ihr Lieben, das ist meine ureigene, very personal Baustory. 
Ich möchte niemanden davon abhalten, seinen Traum von den eigenen vier Wänden
zu verwirklichen, es gibt ja auch viele, viele glückliche Eigenheimbesitzer,
die ihre Baupläne erfolgreicher und professioneller umgesetzt haben, als wir damals.


Habt ihr auch schon Wohn-Albträume erlebt,
und erzählt ihr es mir in den Kommentaren?


Alles Liebe






*in freundlicher Kooperation mit homify